Was den Mittelstand für die Zukunft stark macht

Umwelt-Staatssekretärin Rita Schwarzelühr-Sutter diskutiert bei HERMETICPumpen über unternehmerische Werte und das neue Lieferkettengesetz

HERMETIC-Pumpen aus Gundelfingen vereinen die Tradition und die Innovation in jeder Beziehung. Das familiengeführte Unternehmen schüttet Gewinne nicht aus, sondern reinvestiert sie in die Zukunftsfähigkeit seiner Produkte und die Unternehmenskultur. „Diese Prinzipien schaffen eine Unabhängigkeit, die den starken Mittelstand auszeichnet“, sagte Umwelt-Staatssekretärin Rita Schwarzelühr-Sutter nach ihrem Besuch beim erfolgreichen Pumpenhersteller.

Seit 2015 hat HERMETIC mehr als 25 Millionen Euro weltweit in die Vertiefung der eigenen Wertschöpfungsketten investiert, zuletzt verstärkt in die Digitalisierung. „Das hat entscheidend zur Bewältigung der Corona-Krise beigetragen. Wir konnten relativ schnell und einfach umschalten“, sagte Gesch.ftsführer Nicolaus Krämer. Gemeinsam mit Willibald Fritz vom SPD-Ortsverein Gundelfingen war die Bundestagsabgeordnete Rita Schwarzelühr-Sutter bei HERMETIC zu Gast, um sich über die Unternehmensentwicklung zu informieren.

„Es gibt heute keine Fotovoltaik, deren Siliziumatome nicht im Rahmen des Herstellprozess durch eine HERMETIC-Pumpe gelaufen sind“, sagte Gesch.ftsführer Krämer beispielgebend für das große Einsatzspektrum der dichtungslosen Technologie, die HERMETIC beständig weiterentwickelt. Dazu gehören auch Risikobranchen in der Chemie- und Atomindustrie. Mit der deutschen Entscheidung, sich aus der Atomenergie zu verabschieden, hat sich auch HERMETIC-Pumpen aus dem Neugeschäft in dieser Branche zurückgezogen.

Zukunftsgespräch bei HERMETIC-Pumpen: (von links) Betriebsratsvorsitzender Thomas Burger, Umwelt-Staatssekretärin Rita Schwarzelühr-Sutter und HERMETIC-Gesch.ftsführer Nicolaus Krämer. | Foto: Büro RSS

„Das ist nicht allein eine wirtschaftliche Entscheidung, sondern auch Teil der Neuausrichtung auf den ökologischen Wandel, der uns bevorsteht“, sagt Nicolaus Krämer mit Blick auf die zunehmende Dekarbonisierung. Zu den Innovationsprozessen, die an den beiden Produktionsstandorten in Gundelfingen und China gleichermaßen vorangetrieben werden, gehört auch, dass eigene Wertschöpfungsketten ausgebaut werden, beispielsweise die Herstellung von Elektromotoren.

Seit 23 Jahren gibt es den HERMETIC-Ableger in China. „Dass wir uns dort den Werten und der Verantwortung eines Familienunternehmens genauso verpflichtet fühlen wie hier in Deutschland, schafft eine ebenfalls hohe Bindung der Mitarbeiter und lässt uns im Wettbewerb bestehen“, sagt Nicolaus Krämer. „Das ist der wertvolle Kern des Mittelstandes“, ergänzt Rita Schwarzelühr-Sutter und äußert gleichzeitig ihr Unverständnis darüber, dass Unternehmen während der Pandemie erst Kurzarbeitergeld kassiert und später Dividenden an ihre Aktionäre ausgeschüttet haben. Gegenstand des politischen Dialogs zwischen der SPD-Abgeordneten und dem HERMETIC-Gesch.ftsführer waren unter anderem die Verfügbarkeit und das Potential von erneuerbaren Energien. „Ich bin froh, dass wir die Wasserstoff-Strategie noch in dieser Legislatur verabschiedet haben. Für die Branchen ohne Alternativen, beispielsweise Stahl und Chemie, war das wichtig. Wasserstoff ist sicher keine Lösung für alles. Wir müssen sehen, wo was gebraucht wird auf der Basis von erneuerbaren Energien, und am Ende muss auf jeden Fall die CO2-Bilanz stimmen“, sagte Rita Schwarzelühr-Sutter. Um einen schnellen Übergang auf neue CO2-neutrale Energieträger zu gewährleisten, müssen aus Sicht von Nicolaus Krämer auch alternative Wege wie die Power-to-X-Technologien und die Erzeugung synthetischer Kraftstoffe verstärkt gefördert werden. Dadurch könnten im Sinne der Nachhaltigkeit vorhandene Infrastrukturen und Technologien weiter genutzt werden.

Um den Verzicht auf Atom und Kohle zu kompensieren, ohne Energie aus dem Ausland zukaufen zu müssen, so Nicolaus Krämer weiter, müsse viel mehr Forschungsaufwand in die Speichertechnologie gesteckt werden. „Wir brauchen einen geordneten Ausstieg bei gleichzeitigem Aufbau einer dezentralen Energieversorgung auf erneuerbarer Basis, um die Abhängigkeit von Strom aus anderen Ländern zu vermeiden. Wir wollen diese Wertschöpfung hier und nicht woanders“, sagte Schwarzelühr-Sutter.

Mit dem neuen Lieferkettengesetz werde verbrieft, was sich HERMETIC als Familienunternehmen immer schon selbst an Sorgfaltspflichten auferlegt habe, sagte Nicolaus Krämer. Jetzt sei zu befürchten, dass die großen Kunden die entstehende Pflicht zur aufwändigen Dokumentation auf die mittelständischen Lieferanten abwälzten. Obwohl dieses so nicht erlaubt sei, könnte Marktmacht indirekt dazu missbraucht werden. Die Bedenken nimmt Rita Schwarzelühr-Sutter ernst und ermuntert den Unternehmer, seine Erfahrungen mit der Umsetzung des Lieferkettengesetzes bei weiteren Entwicklungen der Kontrollmechanismen einzubringen.

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